Quer in der Welt

August 2016


Artubus

Artubus - Photo Jürg Bräker


Der Arbutus-Baum, genauer Arbutus menziesii. Nach 20 Jahren hatte ich diesen bemerkenswerten Baum ganz vergessen. Jetzt überraschte er mich wieder in meinen Sommerferien.

Er kommt nur in einem schmalen Küstenstreifen an der Westküste Nordamerikas vor. Krallt sich im Fels über dem Meer fest, kaum Nahrung, salziger Wind, übersteht Winterstürme und Sommerdürren. Er wächst in alle Richtungen ins Sonnenlicht hinaus. Er sammelt den Regen in Knollen und kann so Dürren überdauern. übersteht Waldbrände oft unbeschadet und geht kräftig aus dem reinigenden Feuer hervor. Er ist der einzige heimische immergrüne Laubbaum Kanadas. Nicht seine Blätter wechselt er nach den Jahreszeiten, sondern seine Rinde: Im Sommer platzt die rote Rinde auf, grün und seidig-kühl schimmert darunter die neue Schicht. Sie wird sich im Winter wieder rot färben. Die abgeblätterte Rinde soll heilende Wirkung haben bei Krämpfen und Halsbeschwerden. Wenn der Lebensort gar unwirtlich wird, kann er einzelne äste absterben lassen, doch der Baum bleibt am Leben. über 500 Jahre alt kann er werden.

Der Baum fasziniert mich. Das scheinbar Unwirtliche wird ihm zum Lebensgrund. Er hält sich nicht an die Regeln, spricht davon, dass Leben ganz anders möglich ist. Dass manchmal Schönheit blüht, wo wir kein Leben mehr erwarten.

Jürg Bräker

Gemeindewochenende 27. / 28. August 2016

August 2016

Pflänzchen

Wege der Hoffnung

Hoffnung
... keimt auf
... will fest gegründet sein
... geht verloren
... wird neu geschöpft
... stirbt zuletzt
... bleibt zuletzt

Wo

Bienenberg

Wann

27./28. August 2016

Anmeldung

bis 1. Juli 2016 - PDF

Der Turmbau von Babel - ökumenisch diskutiert

September 2016

Die berühmte Geschichte aus 1. Mose 11 mit einem Blick auf Migrationsbewegungen heute gelesen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern lädt öffentlich ein zu ökumenischem Austausch und Begegnung. Verschiedene christliche Positionen und Kulturen treffen im Gespräch aufeinander und kommen dabei um interreligiöse Perspektiven nicht herum. Der Ort «Haus der Religionen - Dialog der Kulturen» ist dafü wie geschaffen.

Ort

Haus der Religionen, Europaplatz Bern

Zeit

Dienstag, 20. September, 17.30 Uhr, anschliessend Begegnungsapéro

Flyer

Der Turmbau - ökumenisch diskutiert

Gedanken zur Jahreslosung 2016

2016

Jahreslosung 2016

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet
Jesaja 66,13

Geborgenheit

Umfangen von Wärme und Stärke, einen Moment geborgen, vergessen, was bedroht und verletzt in der Welt.

Eingehüllt in die Falten eines weiten Gewandes, umschmiegt von kräftigen Armen.

Das ruft Bilder wach aus der Kindheit, und noch immer rührt es uns an, wenn eine Mutter ihr weinendes Kind in die Arme nimmt, ihm zuflüstert: «Ist gut, ich bin da» und das Kind zur Ruhe kommt.

Im Trost steckt die Treue: Ich stehe zu dir und bleibe bei dir. Trost soll nicht nur beruhigen.

Im Trost steht Festigkeit: Wahrer Trost schenkt die Kraft, wieder in der Welt zu stehen. Trost ist eine Brücke: Für einen Moment ist mir die Welt zu viel geworden, habe ich das Vertrauen verloren, und wenn ich jetzt die starken Arme spüre, weiss ich: Doch, da ist eine bei mir, die wird von dieser Welt nicht überwältigt.

Widerstand

Getröstet möchten wir werden, aber nicht vertröstet. Gehalten, aber nicht umklammert. Und in allen Zeiten stellen die Worte aus Jesaja auch die Frage: Was mit all den Müttern und Vätern, die selbst trostlos sind und ihren Kindern den Trost, den sie bräuchten, nicht geben können?

Die Losung für dieses Jahr ist nicht nur Zuspruch, sie fordert uns auch heraus, den Trostlosen zu begegnen. Aber mit dem Wissen: Auch in unserer Hilflosigkeit bleiben wir umschmiegt von kräftigen Armen.

Jürg Bräker

Bildnachweis: Stefanie Bahlinger, Verlag am Birnbach