Zum Johannistag

Juni 2016


Zum Johannistag

Mitternachtssonne-Norwegen - Photo Stefan Böhm


"Jener muss grösser werden, ich aber geringer." Johannes 3,30


Mittsommernacht - der längste Tag im Jahr gibt eine Ahnung davon, wie sich Tage in bleibendem Licht anfühlen würden. Wenn die zunehmende Tageslänge nicht den Zenit überschreiten würde, sondern die Sonne nicht mehr untergehen würde. Die Bibel beschreibt an vielen Stellen den kommenden Tag des HERRN, die Zukunft der vollendeten Schöpfung, mit dem Bild des Tages, auf den keine Nacht mehr folgt. Das bleibende Licht als Symbol dafür, dass sich Gottes heilbringende Kraft ganz durchsetzen wird.

Der Johannistag zur Sommersonnenwende braucht ein anderes Bild: Johannes als Vorläufer macht dem Platz, der nach ihm kommt. Wenn nach ihm die Tage wieder kürzer werden, so steht das abnehmende Licht dafür, dass der Vorläufer dem Raum gibt, den er angekündigt hat. Es ist ein prägendes Bild christlicher Frömmigkeit geworden: Die Glaubenden sollen sich selbst zurücknehmen, ja gar verleugnen, geringer werden, damit Christus in ihnen Gestalt gewinnen kann.

Sicher, es gibt nicht wenig unter uns Menschen, das geringer werden sollte, und anderes, das von Gott kommt, dem wir Wachstum wünschen. Aber steht wirklich Gottes Leben gegen mein Ich? Werde ich geringer, wo ich das Wehen des Geistes Gottes einlasse? Mittsommernacht öffnet eine andere Tür, die Ahnung vom bleibenden Licht, dem keine Dunkelheit mehr etwas anhaben kann: Dass Gottes Leben das meine durchdringt und zum Leuchten bringt. Dass wo sein Licht wächst, auch die Farben meines Lebens kräftiger werden. Wo Gottes Leben Gestalt gewinnt in meinem Leben, werde ich nicht geringer, sondern wirklich mich selbst.

Gemeindewochenende 27. / 28. August 2016

August 2016

Pflänzchen

 

Wege der Hoffnung

 

Hoffnung
... keimt auf
... will fest gegründet sein
... geht verloren
... wird neu geschöpft
... stirbt zuletzt
... bleibt zuletzt

Wo

Bienenberg

Wann

27./28. August 2016

Anmeldung

bis 1. Juli 2016 - PDF

Gedanken zur Jahreslosung 2016

2016

Jahreslosung 2016

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet
Jesaja 66,13

Geborgenheit

Umfangen von Wärme und Stärke, einen Moment geborgen, vergessen, was bedroht und verletzt in der Welt.

Eingehüllt in die Falten eines weiten Gewandes, umschmiegt von kräftigen Armen.

Das ruft Bilder wach aus der Kindheit, und noch immer rührt es uns an, wenn eine Mutter ihr weinendes Kind in die Arme nimmt, ihm zuflüstert: „Ist gut, ich bin da“ und das Kind zur Ruhe kommt.

Im Trost steckt die Treue: Ich stehe zu dir und bleibe bei dir. Trost soll nicht nur beruhigen.

Im Trost steht Festigkeit: Wahrer Trost schenkt die Kraft, wieder in der Welt zu stehen. Trost ist eine Brücke: Für einen Moment ist mir die Welt zu viel geworden, habe ich das Vertrauen verloren, und wenn ich jetzt die starken Arme spüre, weiss ich: Doch, da ist eine bei mir, die wird von dieser Welt nicht überwältigt.

Widerstand

Getröstet möchten wir werden, aber nicht vertröstet. Gehalten, aber nicht umklammert. Und in allen Zeiten stellen die Worte aus Jesaja auch die Frage: Was mit all den Müttern und Vätern, die selbst trostlos sind und ihren Kindern den Trost, den sie bräuchten, nicht geben können?

Die Losung für dieses Jahr ist nicht nur Zuspruch, sie fordert uns auch heraus, den Trostlosen zu begegnen. Aber mit dem Wissen: Auch in unserer Hilflosigkeit bleiben wir umschmiegt von kräftigen Armen.

Jürg Bräker

Bildnachweis: Stefanie Bahlinger, Verlag am Birnbach