Letzte Tage

November 2016


Herbst

Buchenparlament - Photo Stefan Wallner


Alles wirkt nun so aufgeräumt. Das Laub aus den Strassen und Wegen geräumt, als wollte man Raum schaffen für das Licht, das noch bleibt, die Tage, die noch kommen. Wachsen wird vorerst nicht mehr viel, Lücken öffnen sich in Hecken und Bäumen. Die Welt wird durchsichtiger.

Die letzten Tage im Jahr stellen nicht nur die Frage nach dem, was bleibt und was vergeht. Sie öffnen auch die Räume zwischen dem, was ist. Eine Zeit der Hinweise auf das, was schwerer fassbar ist, die Kräfte, die dem Leben Raum machen anstatt selbst Raum einzunehmen. Wir können Spuren Gottes finden in der Kraft des Sommers, im wachsenden Leben. Flüchtiger und leicht zu übersehen sind die Spuren Gottes, wo sich Lücken und Durchblicke öffnen, Leben die Kraft zurücknimmt. Aber gerade hier spricht die Einladung: Lebe dein Leben in Gott selbst hinein, der will, dass du bist!

Jürg Bräker

Inspirationstage

November 2016

Sonntag 6. November, 10 Uhr, Burgfeld

Gottesdienst mit Jürg Bräker und Christine Gerber Rihs
"Gekommen, um zu dienen"
Ein Gott, der gekommen ist, zu dienen? Leben empfangen, Leben teilen, Leben hingeben.
Gedanken zu Markus 10, 35-45


Samstag 12. November, 10 - 14 Uhr,
Kirchgemeindehaus Schosshalde, Schosshaldenstrasse 43, 3006 Bern

Inspirationen und Gespräche, mit Jürg Bräker, Paul Gerber, Eric Zürcher

"Ich will, dass du bist!"
Ein Blick auf die Kraft der Liebe. Liebe entschliesst sich, dem Leben des andern Raum zu geben. Gott als die Biosphäre der Liebe, die unser aller Leben fördert. Die Nächsten lieben. Sich selbst lieben. Die Welt lieben? Gott lieben? In der Liebe Gott erahnen?

Beginn mit Kaffee und Gipfeli
Impulse und Austausch


Sonntag 13. November, 10 Uhr, Burgfeld

Gottesdienst mit Daniel Neuenschwander und Erwin Röthlisberger

Flyer zum Download

Gedanken zur Jahreslosung 2016

2016

Jahreslosung 2016

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet
Jesaja 66,13

Geborgenheit

Umfangen von Wärme und Stärke, einen Moment geborgen, vergessen, was bedroht und verletzt in der Welt.

Eingehüllt in die Falten eines weiten Gewandes, umschmiegt von kräftigen Armen.

Das ruft Bilder wach aus der Kindheit, und noch immer rührt es uns an, wenn eine Mutter ihr weinendes Kind in die Arme nimmt, ihm zuflüstert: «Ist gut, ich bin da» und das Kind zur Ruhe kommt.

Im Trost steckt die Treue: Ich stehe zu dir und bleibe bei dir. Trost soll nicht nur beruhigen.

Im Trost steht Festigkeit: Wahrer Trost schenkt die Kraft, wieder in der Welt zu stehen. Trost ist eine Brücke: Für einen Moment ist mir die Welt zu viel geworden, habe ich das Vertrauen verloren, und wenn ich jetzt die starken Arme spüre, weiss ich: Doch, da ist eine bei mir, die wird von dieser Welt nicht überwältigt.

Widerstand

Getröstet möchten wir werden, aber nicht vertröstet. Gehalten, aber nicht umklammert. Und in allen Zeiten stellen die Worte aus Jesaja auch die Frage: Was mit all den Müttern und Vätern, die selbst trostlos sind und ihren Kindern den Trost, den sie bräuchten, nicht geben können?

Die Losung für dieses Jahr ist nicht nur Zuspruch, sie fordert uns auch heraus, den Trostlosen zu begegnen. Aber mit dem Wissen: Auch in unserer Hilflosigkeit bleiben wir umschmiegt von kräftigen Armen.

Jürg Bräker

Bildnachweis: Stefanie Bahlinger, Verlag am Birnbach